Bei der Suche habe ich viele Hersteller von (normalen) Ferngläsern gefunden. Die Preisspanne ist enorm, für ein 8×30 Fernglas kann man zwischen 20 und 1000 € locker jeden Betrag ausgeben. Von der großen Zahl der Hersteller bleiben nur noch wenige übrig, wenn man nach einem Fernglas mit Bildstabilisierung sucht. Diese Hersteller wiederum zeigen ihre Technik offenbar nicht so gerne, denn ich habe nirgends ein ordentliche Funktions- und Systembeschreibung oder wenigstens ein paar Schnittbilder gefunden. Also habe ich in den Patenten gesucht, wo die Hersteller ihre Ideen offenlegen müssen. Doch das echte Produkt wird nur selten exakt nach dem Patent gebaut und da ich auch keine Muße hatte, mir alle möglichen Ferngläser zu kaufen, nur um sie für diesen Artikel zu zerlegen, bleibt es bei den grundsätzlichen Beschreibungen aus der Patentliteratur.
Seit der ersten Veröffentlichung dieses Beitrags sind einige neue Marken erschienen, die ebenfalls bildstabilisierende Ferngläser anbieten. Bei den Marken hantelt es sich teilweise um Unternehmen, deren Name in Non-Food-Angeboten von Discountern auftaucht oder die ein völlig unbeschriebenes Blatt sind. Diese Firmen tauchen in der Patentdatenbank des Deutschen/Europäischen Patentamtes nicht auf, so dass es sich vermutlich um Handelsmarken handelt. Aber nicht einmal bei jedem klassischen Hersteller von Fotooptiken kann man sich sicher sein, dass die bildstabilisierten Ferngläser aus eigenem Hause kommen, zu auffällig sind in einigen Fällen die Parallelen zu anderen Herstellern.
→ canon.de/binoculars/
Canon bietet keine normalen Ferngläsern an. Im deutschen Programm gibt es nur Ferngläser mit Bildstabilisierung, gemeinsames Kennzeichen ist das IS, so wie bei den Canon-EF-Objektiven mit Bildstabilisierung.
Die Bildstabilisierung verwendet eine Art Ziehharmonika-System (Canon schreibt von Balgen-System) bei dem Vari-Angle-Prismen (bei Canon kurz VAP-IS genannt) den Lichtweg entgegen der Verwackelung korrigieren. Diese Bauteile haben nichts mit den ebenfalls vorhandenen Porro-Prismen in den Canon-Ferngläsern zu tun, die ihrerseits fest aufgehängt sind. Ein Vari-Angle-Prisma besteht aus zwei Glasplatten, deren Zwischenraum mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Elektrisch können die parallelen Glasplatten gegeneinander verkippt werden. Richtung und Winkel der Verkippung werden von der Elektronik im Gegentakt zur Bewegung des Fernglases gesteuert. Unklar bleibt, wie Canon mit der farbzerlegenden Wirkung des VAP umgeht und ob bei den kleinen Winkeln überhaupt Maßnahmen notwendig wären.
Anwender berichten, dass das VAP-IS-System etwa 0,5-1 s nach dem Start stabile Bilder liefert. Das System wird auch in Canons Filmkameras verwendet.
Die Basis der Vari-Angle-Prismen wird im 1967 angemeldeten Patent US 3514192 "Achromatic Variabla-Angle Fluid Prism" der Dynascience beschrieben, damals allerdings noch mit mechanischer Verschiebung der Glasplatten. Canon hat die Anwendung in Verbindung mit einer elektronischen Steuerung in Ferngläsern geschützt US6917470B2 "Optical Apparatus", daher stammen auch die Skizzen, die auf einigen versteckten Canon-Seiten ebenfalls verwendet werden.
Zu den erfreulichen Eigenschaften gehört, dass bis auf das 8×25 alle Ferngläser mit zwei Mignon-Akkus (AA) laufen. Knausrig zeigt sich Canon dagegen bei den Taschen (weiche, wenig stoßfeste Beutel) und den Kappen, die nur einzeln und nur für die Okulare beigelegt werden, also so, dass sie schnell verloren gehen können. Ich vermute, dass die Kappen bei den Objektiven aus einem ganz bestimmten Grund fehlen: Bei den kleinen Modellen verspricht Canon noch nicht einmal Schutz gegen Spritzwasser. Wenn sie mit Objektivkappen verschlossen würden, könnte Feuchtigkeit schlechter entweichen und verschiedene Anwenderberichte zeigen mir, dass Glaspilzbefall zumindest bei der Mehrzahl der "normalen" Ferngläser möglich ist. Daraus schließe ich, dass ich mein Fernglas vorsichtshalber regelmäßig und in Ruhe auslüften lassen sollte.
Das 10×42 ist als L-Modell wie die L-Kameraobjektive einigermaßen wasserdicht (1 m und 30 Minuten), die Modelle 15×50 und 18×50 dürfen wenigstens in starkem Regen benutzt werden. Alle Modelle arbeiten mit Porro-Prismen.
Auf der aktuellen Webseite von Canon steht bei vielen Vari-Angle-Ferngläsern "Lensshift" als Entwackelungsmethode. Ein bisschen weiter unten erscheint dann doch noch "Variangle". Also nicht verwirren lassen.
Seit Ende 2017 zeigt Canon in seinem deutschen Programm neue und deutlich teurere Fernglastypen an. Vom 8×20, 10×20, 10×32, 12×32 und 14×32 sind diese laut deutschem Canon-Shop (Stand Anfang 2026) bis auf die ersten beiden "dauerhaft nicht verfügbar", also wieder aus dem Programm gefallen. Alle arbeiten mit dem Verschieben von Linsen, ähnlich wie bei den Canon-EF-Objektiven für Spiegelreflexkameras. Zur Steuerung werden zwei Gyro-Sensoren benutzt und der Verschiebewinkel von nicht ganz ±1° entspricht dem Vari-Angle – das ergibt also keine Verbesserung in der Stabilisierungsleistung.
Ob die Vorteile des neue System gegenüber dem alten bietet, und ob die Kunden für den Nutzen auch den Aufpreis akzeptieren. Immerhin gibt es fast ein Jahrzehnt nach der Vorstellung der neuen Fernglasbaureihe noch die alten Variangle-Modelle i Canon-Webshop zu kaufen.
Man kann spekulieren, ob Canon den in den Kamera-Objektiven bewährten Lensshift in die Ferngläser übernehmen wollte um bei Produktion und Entwicklung Synergien zu nutzen, denn tatsächlich hat Canon bei der Bildstabilisierung im Sensor nachgezogen und folgt damit anderen großen Kameraherstellern. Ob Lensshift bei Objektiven noch eine große Zukunft hat?
→ fujifilm.com/de/de/consumer/binoculars
Fujinon hat nach eigenen Angaben 1980 sein erstes bildstabilisiertes Fernglas auf den Markt gebracht.
Man verwendet technisch unterschiedliche Prinzipien, um das Bild zu stabilisieren:
Bei den Techno-Stabi-Modellen verwenden ein Gimbal-System, also zwei Motoren die kardanisch aufgehängte Prismen in zwei Ebenen bewegen. Die Steuerung erfolgt elektronisch durch Gyrosensoren.
Bei den Stabiscope-Modellen arbeitet dagegen ein Gyroskop, also ein Kreisel mit hoher Drehzahl (es kursieren Werte zwischen 12.000-15.000/min.). Dieser Kreisel ist fest mit den Prismen verbunden, die ihrerseits kardanisch im Fernglas aufgehängt sind. Wenn das Fernglas gedreht oder gekippt wird, folgt der Kreisel dieser Bewegung nicht und hält auch die Prismen in ihrer ursprünglichen Lage. Um seine maximale Stabilisierung zu erreichen gibt Fujonon eine Hochlaufzeit von bis zu einer Minute an. Das System wurde 1973 patentiert und kann beispielsweise als DE2416478 "System zur Stabilisierung einer optischen Abbildung" recherchiert werden.Einige Stabiscope-Modelle mit dem Zusatz D/N (für Day/Night) bieten eine Restlichtverstärkung an, deren Preise liegen dann im 5-stelligen Euro-Bereich. Die Stabisope-Modelle zeigt Fujinon nicht auf seiner europäischen Seite, in den USA wird vor allem mit der Küstenwache und der Marine als Abnehmer geworben. In Deutschland gibt es nur wenige Anbieter, die ein Stabiscope im Programm haben.
Die Stabiscope, die nach Fujinon-Angaben 1980 vorgestellt wurden und auf den Space-Shuttle-Missionen dabei waren, haben gegenüber den Techno-Stabi Modellen erhebliche Nachteile beim Preis (ca. 3-4 fach) und bei der Startzeit bis zur vollen Stabilisierung (1 Minute statt 1 Sekunde). In den Fuji-Unterlagen gibt es vaage Andeutungen über den besonderen Wert der Stabiscope, dass sie höhere militärische Anforderungen erfüllen, für die US-Behörden gerne zahlen.
Fujinon hat in der Produktbezeichnung der Ferngläser den × Operator eingespart. Ein TS 1232 hat 12× Vergrößerung bei 32 mm Objektivdurchmesser. Es ist allerdings nicht leicht, überhaupt Händler für die Fujinons zu finden. Wer sucht, wird vor allem auf Bootsausrüster oder Anbieter von Militaria treffen.
→www.nikon.de
Nikon zeigt auf seiner deutschen Webseite in der Kategorie Sport Optics einen richtigen Fernglas-Zoo. Früher wurden dort Modelle mit dem Handelsnamen StabilEyes als 12×32, 16×32 und 14×40 angeboten, die wegen der Art der Stabilisierung, vieler äußerlicher Merkmale und technischer Daten vermutlich von Fujinon stammten.
Seit 2024 gibt es andere Modelle, die als "STABILIZED" gekennzeichnet und als 10×25 und 12×25 angeboten werden. Diese Modelle verschieben Linsen zur Stabilisierung.
→ gyropros.com
Frühe Patente zur Bildstabilisierung stammen von Fraser-Volpe, angemeldet 1973 (DE 2353101). Fraser bietet unter der Bezeichnung Stedi-Eye das Modell 14×40 in verschiedenen Ausstattungsvarianten für Flieger, Marine usw. an. Es sieht den Stabiscope-Fujinons auf den ersten Blick ähnlich, verwendet ebenfalls ein Gyroskop und liegt in der gleichen Preisklasse wie die Stabiscopes. Gegen die Vermutung baugleicher Modelle sprechen die Merkmale 'Made in USA' und das deutlich andere Gewicht. Die Fokussierung erfolgt einzeln an jedem Okular. Einen deutschen Anbieter für Fraser Optics habe ich nicht gefunden.
2022 stellte Fraser die Produktion ein und der Vertriebspartner GyroPros übernahm. Derzeit wird nur ein Modell S250 als 14×40 angeboten, das M25E/Mariner nur noch als aufgearbeitetes Gebrauchtprodukt.
→ zeiss.de
Eine Bildstabilisierung gibt es bei Zeiss derzeit nur im 20×60 T* S. Dieses Fernglas ist seit 1990 im Programm, zeitweise wurde ein daraus abgeleitetes Monokular angeboten. Es besitzt eine rein mechanische Bildstabilisierung, d.h. dieses Fernglas funktioniert ganz ohne Strom. Zeiss schreibt von kardanischen Aufhängungen, Federn, reibungsarme Lagerungen und Magneten. Die technische Basis dürfte wohl das Zeiss-Patent DE 2834158 von 1978 sein. In dem Patent wird ein gabelförmiger Ausleger beschrieben, der auf der einen Seite ein Gegengewicht zu den beiden Prismen (im Patent Porro-Prismen 2. Art) bildet und in seinem Schwerpunkt in zwei Achsen drehbar (also kardanisch) aufgehängt ist.
Insgesamt macht es Zeiss dem Kunden leicht, denn es gibt nur ein bildstabilisierendes Fernglas im Programm. Wie bei den elektronisch stabilisierten Modellen der anderen Hersteller muss der Bildstabilisator eingeschaltet werden. Der Grund ist hier der, dass ein solcher Stabilisator ein schwingendes System aus kardanischer Aufhängung, Federn und Magneten darstellt. Wenn das Fernglas beim Transport ungünstig bewegt wird, könnte es zu stark schwingen und dann verschleißen. In sofern macht eine Arretierung bei Nichtgebrauch durchaus Sinn. Zeiss berichtet gerne, dass eines dieser Gläser auf der ISS mitfliegt.
Bei den folgenden beiden Kandidaten bin ich mir nicht sicher, ob sie Händler sind, die
bildstabilisierte Ferngläser einkaufen und mit ihrem eigenen Markennamen versehen oder ob sie
selbst entwickeln und produzieren. Die bildstabilisierenden Ferngläser der Anbieter sehen
irgendwie ähnlich aus uns scheinen von der gleichen Quelle zu kommen.
Weil ich von diesen Unternehmen unter ihrem Namen keine Patente gefunden habe, gehe ich von Händlern mit Eigenmarken aus. Eine andere Möglichkeit ist, dass die folgenden Unternehmen Lizenzen für Patente oder Komponenten erwerben und damit selber bauen.
→ alpenoptics.de
Alpen Optics GmbH aus Hilden bietet ebenfalls ein 14×42 Fernglas an, welches vom äußeren Eindruck und einigen technischen Daten aus der gleichen Quelle stammen könnte.
→ bresser.de/freizeitoptiken/fernglaeser/
Die bildstabilisierten Ferngläser von Bresser scheinen aus der gleichen Quelle wie die von Opticron zu kommen, denn das Modell 16×42 ist dem von Opticron optisch und von den technischen Daten sehr ähnlich.
→ kiteoptics.com/de/
Das belgische Unternehmen Kite Optics gibt es nach eigener Angabe erst seit 1992 und bildstabilisierende Ferngläser werden seit 2019 gebaut. An der Adresse, die auf der Webseite angegeben ist, stellt Google das Unternehmen als Großhändler vor. So konnte ich also nicht herausfinden, ob Kite eine eigene Produktion für die Modelle APC14X50ED (14×50) und APC18X50ED (18×50) hat oder ob ein fremdes Produkt unter dem eigenen Namen verkauft wird.
Im Unterschied zu den anderen Marken in diesem Abschnitt scheint Kite die Ferngläser noch mit einer zusätzlichen Hülle zu umgeben, so dass die Ähnlichkeiten beim Abstand der Objektive und der Okulare nicht so auffällt.
→ opticron.co.uk
Die britische Firma schreibt ganz offen, dass ihre Ferngläser in China hergestellt werden.
Andere machen das auch, darüber glänzt jedoch die berühmte japanische Marke. In der
Selbstbeschreibung zeigt sich Opticron als Familienunternehmen welches 1970 gegründet wurde.
Eine veraltete Webseite (opticron.eu) von 2018 zeigt noch keine bildtstabilisierenden
Ferngläser, die bei Opticron Imagic IS heißen.
→ vixen.co.jp
Das japanische Unternehmen trägt dem im englischen Sprachraum etwas eigenartigen Namen VIXEN, der als Füchsin, zänkisches Weib oder Drachen verstanden wird, laut Selbstbeschreibung aber auf den Namen eines Rentiers vom Weihnachtsmann zurückgeht. VIXEN existiert seit 1949 und vertreibt zahlreiche optische Produkte und eine kleine Zahl von Patenten, die aber selten die Optik selbst betreffen. Hier finden sich die detailliertesten Beschreibungen der technischen Daten.
… ist nur noch historisch interessant, doch Sony hat mehrere Modellgenerationen etwas gebaut, was für Paparazzi und Detektive ein wunderbares Spielzeug war oder gewesen sein könnte.
Dieser Typ des bildstabilisierten "Fernglases" wurde nach 2018 ohne Nachfolger eingestellt. Weil das DEV-50V (ähnlich DEV-50 und DEV-30) und seine Vorläufer DEV-5V und DEV-3V von seiner Technik und den Fähigkeiten her völlig anders sind, als die übrigen hier vorgestellten Typen, möchte ich es doch noch erwähnen.
Genau genommen liefert Sony hier kein optisches Instrument, sondern ein elektronisches Bildverarbeitungsgerät. Technische Merkmale sind:
Der Benutzer sieht nicht mehr das Objekt selbst, sondern ein Bild vom Objekt, vergleichbar mit Kameras elektronischem Sucher oder in Smartphones.
Die Bildumkehr erfolgt elektronisch, Prismen können entfallen. Das spart offenbar mehr Gewicht, als die zusätzliche Elektronik mitbringt. Im Vergleich zu den anderen Ferngläsern gehört das DEV-50V zu Leichtgewichten.
Der zweifach verbaute Exmor Sensor war zu seiner Zeit zwar technisch fortschrittlich und wurde als Lichtsammler beworben. Doch seine 20 MPix zwängen sich auf etwa 1/3,91" Fläche (B×H = 3,6×2,7 mm²). Damit ist er winziger als die üblichen Chips beispielsweise vom iPhone 16 Pro (1/1,28"). Das spart zwar Kosten und bringt enorme Tiefenschärfe, doch erfahrungsgemäß bezahlt man dafür mit höherem Grundrauschen und aggressiveren Entrauschungs-Algorithmen in der eingebauten Bildaufbereitung.
Bei der Energieversorgung verlangt die DEV-50V laut Handbuch nach dem Lithium-Spezialakku NP-FV70 oder NP-FV100. Während klassische Ferngläser kaum einer Mode unterliegen und nach Jahrzehnten noch im Einsatz sind, bleibt bei einem Spezialakku immer die Frage, wie lange er lieferbar bleibt und wie lagerfähig er ist.
Innovativ ist Sony, denn das DEV-50V bietet eine Reihe von höchst komfortablen Funktionen:
Fokus wahlweise automatisch oder manuell
GPS-Position wird auf Wunsch automatisch in die Bilder geschrieben
Die Bildstabilisierung wird durch die Bewegung des Sensors erreicht ("Steady Shot", wie bei den DSLRs)
Bildaufhellung durch Nachverstärkung des Bildsignals und eine Blende, um Helligkeit und Tiefenschärfe zu regeln.
Echter optischer Zoom von 0,8× bis max. 12× plus (wertlosem) 2×Digitalzoom in 2D, max. 6× bei 3D
Foto- (bis 20 MPix), Video- (2D/3D Full-HD) und Tonaufnahmen (Stereo) sind möglich
Spritzwassergeschützt (IP54)
Die Lichtmenge und Austrittspupille anzugeben macht bei der DEV-50V dagegen keinen Sinn, da kein Licht vom Objekt, sondern allein aus dem elektronischen Sucher (1024×768 Pixel) kommt. Dadurch kann man mit dem DEV-50V direkt die Sonne beobachten, ohne das es den Augen schadet. Da das Sonnenlicht nur bis zum Sensor kommt, wird die Helligkeit am Auge durch die Leistung der LEDs im elektronischen Sucher begrenzt. Ein nettes Sicherheitstfeature und trotzdem nichts für die nächste Sonnenfinsternis, denn Bilder im Internet zeigen, wie Sensoren abrauchen, wenn sie einige Zeit den Weg der Sonne aufzeichnen.
Das System hat aber auch Nachteile, die ich für bedeutend halte, denn wenn ein Glied in der Kette der Bildverarbeitung unterbrochen wird, liefert die DEV-50V kein Bild mehr:
Im Gegensatz zu den anderen bildstabilisierten Ferngläsern kann ein elektronischer Defekt das DEV-50V unbrauchbar machen, wenn die Kette zwischen Sensor und Monitor betroffen ist. Die übrigen hier vorgestellten bildstabilisierenden Ferngläser funktionieren nach einem Elektronik-Defekt immerhin noch wie normale Ferngläser ohne Stabilisierung.
Obszoleszenz eingebaut, weil laut Sony Anleitung nur aus den Sony-Original-Akku funktioniert.
Bemerkenswert: Sony baute bei einem Produkt mit Verkaufsstart Mitte 2013 einen Kartenslot für die hauseigenen und bereits 2010 abgekündigten Memory-Sticks ein. Glücklicherweise können aber auch handelsübliche SD-Karten verwendet werden.
Fast möchte ich schreiben: Typisch Sony. Eine tolle Idee, die danach aussieht, als ob man mit kleinkrämerischen Methoden dem Kunden mehr Geld aus der Tasche ziehen will (Akku) und technisch an der falschen Stelle gespart hat (Sensorgröße). Dass Sony eine solche Idee umsetzt macht mir mehr Sorge als Freude, denn wenn Sony (wie bereits mit anderen Ideen) bei den Kunden nicht ankommt, könnten andere Hersteller zögern, so einen Gerätetyp wieder in den Markt zu bringen.